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Im Rahmen meiner Diplomarbeit habe ich von Mai bis Oktober 2003 die Spinnenfauna auf den Fichten (Picea abies, L.) und am Boden des Waldrandes erfasst. Das Ziel dieser Arbeit war in erster Linie die Qualität verschiedener angewandten Methoden aufzuzeigen und zu vergleichen. Die grundlegende Information für einen solchen Methodenvergleich sind natürlich faunistische Daten, die Basis der Biodiversität. Dies entspricht in meiner Arbeit den unterschiedlichen Artenzahlen und Häufigkeiten von Spinnen (Araneae), die mit den verschiedenen Methoden nachgewiesen werden konnten. Zusätzlich konnten diese Ergebnisse als Grundlage für eine ökologische Auswertung (Einnischung in Mikrohabitaten und teilweise Ökotypisierung der Spinnenarten), weiter verwendet werden.

Auf den Fichten wurden die Methoden Asteklektor (Abb.1) und Klopfschirm auf zwei Höhen, «Restricted Canopy Fogging (RCF)» (Abb.2) und Handsammeln nur an den unteren Zweigen angewandt. Um einen Eindruck vom Unterschied zwischen Baum- und Bodenspinnenfauna zu bekommen, wurde die Spinnenartengemeinschaft auf Fichten mit der in Becher- und Trichterfallen gefangenen Bodenspinnenarten verglichen.

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Abb. 1: Schematische Darstellung (a) und Fotografie (b) eines am Baum montierten
Asteklektors.

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Abb.2: Restricted Canopy Fogging (RCF). Ein Fichtenzweig
wurde vorsichtig in einen Plastiksack (ca. 440 l)
gepackt (a). Danach wurde dieser mit CO2 gefüllt,
wodurch die darin befindlichen Insekten und Spinnen
«bewusstlos» wurden und nach ca. 20 min auf einem
weissen Papier aussortiert werden konnten (b).

 

Die Individuenzahl der Spinnen machte auf den Fichten nur gerade 7% aller gefangenen Tiere aus (Abb. 3). Die häufigsten Arthropoden auf den Fichtenzweigen gehören unumstritten zur Ordnung der Hemiptera, also Blattläuse, Blattflöhe und Wanzen. Danach waren die Hymenopteren, die Hautflügler, mit Arten aus den Familien der Ameisen und Wespen am stärksten vertreten (Abb. 3).

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Abb. 3: Durchschnittliche prozentuale Verteilung der
Individuenzahlen pro Fangereignis auf die
Arthropoden Ordnungen (Ordnungen mit prozentualem
Anteil >0.5 %) von Tieren auf Fichten (Picea
abies L.) der Alp Flix (Verwendete Methoden:
Asteklektoren, Klopfschirm und RCF).

 

Von den auf den Fichten gefangenen Spinnen, konnten die ausgewachsenen Tiere zu 22 Arten zugeordnet werden. Auf dem Boden waren es 40 Spinnenarten. Zusammen wurden auf der Alp Flix am Waldrand insgesamt 56 Spinnenarten nachgewiesen. Nur gerade sechs Arten waren sowohl auf den Bäumen wie auch am Boden nachweisbar. Im Vergleich mit der Artenliste, die am 2. «GEO-Tag der Artenvielfalt» am 3. Juni 2000 während 24 Stunden zusammengetragen wurde (Beilage zu GEO Nr. 9/2000), wurden durch meine Diplomarbeit 34 Arten neu auf der Alp Flix nachgewiesen. Die erfasste Waldrandspinnenfauna beinhaltet sogar einen Erstnachweis für die Schweiz, Maro lehtineni, und drei neue Arten für den Kanton Graubünden, Moebelia penicillata, Obscuriphantes obscurus und Agroeca proxima.

Die Artenzusammensetzung und die unterschiedlichen Häufigkeiten dieser Spinnenarten zeigen zwischen den zwei beprobten Höhen sowohl bei den Eklektoren, als auch beim Klopfschirm Unterschiede in der Artenidentität oder der Dominanzidentität. Die Einnischung einzelner Arten weist im Vergleich mit verschiedenen Ökotypensystemen Unterschiede auf, die auf ungenügende Kenntnisse der arboricolen Spinnenfauna zurückzuführen sind.

Die Resultate dieser Arbeit zeigen deutlich, dass Asteklektoren und die CO2-Begasungsmethode (Restricted Canopy Foging, RCF) gemeinsam die besten standardisierbaren Techniken für die Erfassung der Fauna auf den Fichten sind. Eine Methode allein ist für eine repräsentative faunistische Aufnahme nicht ausreichend. Dies zeigte sich dadurch, dass verschiedene Methoden exklusiv Arten nachweisen konnten, die mit keiner anderen Methode erfasst wurden (Abb. 4). Ebenso zeigte sich bei mehreren Methoden, dass eine Besammlung während eines einzigen Sommers nicht ausreicht, um ein befriedigend repräsentatives Ergebnis zu erhalten. Das RCF scheint zudem die repräsentativste quantitative Methode zu sein, die bei nicht destruktiven Untersuchungen zur Erfassung der Arthropodenfauna angewandt werden kann.

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Abb. 4: Exklusivität der verschiedenen Methoden in Bezug
auf die nachgewiesenen Spinnenarten auf der Alp
Flix. Methodenbezeichnung: Handsammeln am Boden
(HSB); Trichterfalle (TF); Becherfalle (BF);
Handsammeln an der Fichte (HSP); Restricted
Canopy Fogging (RCF); Klopfschirm (KS);
Asteklektor (AEK).

Die Durchführung dieser Diplomarbeit wurde durch das Naturhistorische Museum Basel, die Universität Basel (Institut für Natur-, Landschafts- und Umweltschutz) und der Stiftung „Schatzinsel Alp Flix“ unterstützt.

 

Angelo.Bolzern@stud.unibas.ch

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