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Alp Flix

Die Alp Flix liegt in der Gemeinde Sur im Kanton Graubünden (Schweiz). Die Ortschaft Sur ist bekannt als schmuckes Dorf am Julierpass kurz unterhalb dem Marmorera-Stausee und liegt auf einer Höhe von 1600 m ü. M.. Die 23,18 km2 umfassende Gemeinde zählte im Jahre 2010 insgesamt 100 EinwohnerInnen.

Das Plateau der Alp Flix beginnt bei rund 1950 m ü. M. und weist bei einer Breite von rund 1000 Meter nur 150 Meter Höhendifferenz auf. Oberhalb des Plateaus steigt das Gelände relativ steil bis zur Tschima da Flix (3302 m ü. M.), zum Piz Calderas (3397 m ü. M.9 und zum Piz d’Err (3378 m ü. M.) an.

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Die Alp Flix entspricht nicht der klassischen Sommersiedlung, die nur zur Alpung des Viehs genutzt wird. 4 Familien leben ganzjährig auf der Alp, wo grossflächig Heu gewonnen und zum Teil auch dort verfüttert wird. Neben der Landwirtschaft ist vor allem der Tourismus für die Gemeinde von Bedeutung.

Das Gebiet ist durch eine ausserordentliche geologische Vielfalt charakterisiert. Am Fusse des Piz d’Err und der Tschima da Flix liegen Granit, Gneis, Quarzit, Kalk und Serpentin oft dicht nebeneinander. Der Untergrund des Hochplateaus besteht aus Moränenmaterial, das aus dem Err-Massiv stammt. Die Spuren der Vergletscherung sind deutlich zu sehen. Neben Moränenwällen erkennt man auch Steinblockfelder. Wo der Untergrund wasserundurchlässig ist, bildeten sich Moore und Kleingewässer, letztere mit der Tendenz zu verlanden. Zahlreiche Bäche durchziehen die Plateaulandschaft. Das Plateau fällt nach Westen steil zum Talgrund ab.

Ursprünglich war das Hochplateau mit subalpinem Nadelwald bedeckt. Vor rund 600 Jahren rodeten aus dem Avers eingewanderte Walser den Wald, bauten kleine Siedlungen und nutzten das Gebiet alpwirtschaftlich. Die Obergrenze des geschlossenen Waldes verläuft an der Plateaukante zwischen 1900 und 1950 m ü. M. Lockere Fichtenbestände gibt es bis auf 2000 m ü. M. Einzelbäume steigen an wenigen Stellen bis knapp 2100 m ü. M. Ursprünglich lag die Waldgrenze vermutlich zwischen 2000 und 2050 m ü. M, die Baumgrenze zwischen 2100 und 2150 m ü M (Nach Wildermuth und Knapp 1998).

Durch Rodung, Holznutzung, Mahd und Weide entstand eine abwechslungsreiche Kulturlandschaft, die sich von der ursprünglichen Naturlandschaft stark unterscheidet. Je nach Nutzungsintensität änderte diese Landschaft im Laufe der Zeit ihr Erscheinungsbild.

Aus zoo- und phytogeographischer Sicht ist es beachtenswert, dass die Alp Flix im Flusssystem des Rheins liegt und trotzdem keine 25 km Luftlinie von den Flusssystemen des Inn (Donau) und der Maira (Po) entfernt ist. Sie liegt mitten im Alpenbogen. Dies ist im Zusammenhang mit der Besiedlung durch Pflanzen und Tiere seit der Eiszeit von besonderem Interesse. Die Region gehört nicht zu jenen Alpengebieten, die bisher Gegenstand intensiver biologischer Studien waren, wie etwa der Schweizerische Nationalpark (CH) oder das hintere Oetztal (A).

Die Landschaft zwischen der Ortschaft Sur auf 1584 Metern bis zur 3300 Meter hohen Tschima da Flix birgt auf kleinstem Raum eine Vielzahl verschiedener Biotope – Wald und Wiesen, Tümpel, Bäche, Seen, Sümpfe, Hoch- und Flachmoore, Buschwerk, Schotter und Fels. Lebensräume mit hoher Produktivität grenzen direkt an eintönige Standorte, Kulturlandschaften an Wildnis. Deshalb ist das Gebiet der Alp Flix möglicherweise so reich an Tier- und Pflanzenarten. Seit dem letzten Weltkrieg werden die gut erreichbaren Flächen intensiver, die mageren und weit entfernten nur noch extensiv oder gar nicht mehr genutzt.

Dieses Mosaik schafft an allen Grenzen Wechselbeziehungen und begünstigt überschwängliche Vielfalt. Denn während im Wald und auf der Wiese jeweils nur Wald- oder Wiesenarten leben, finden sich in den Grenzgebieten zusätzlich jene Spezies, die beide Biotope zum Überleben brauchen.

Wanderer lieben den Charme der Alp Flix mit ihren gurgelnden Bächen und blumen-strotzenden Matten. Wer sein Naturerlebnis aber auch auf die faszinierende Mikrowelt ausdehnen will, der sollte sich gelegentlich an die Fersen der Alp-Flix-Forscher heften. Denn die wahrhaft dramatischen Geheimnisse auf der Schatzinsel erschliessen sich erst dem, der mit der Lupe anrückt.

Die Alp Flix ist eine Moorlandschaft von nationaler Bedeutung (Verordnung vom 1. Mai 1996 über den Schutz der Moorlandschaften von besonderer Schönheit und von nationaler Bedeutung (Moorlandschaftsverordnung), SR-Nr. 451.35).

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